Schubladendenken in Jena

der club mate-club | 8. Juni 2010

ein grauer tag, welcher die müdigkeit nach frühem aufstehen ins unendliche steigert… und plötzlich seh ich sie: golden glänzend trägt eine sympathisch aussehende person eine flasche club mate über den campus im fernen chemnitz.

ich fühle mich plötzlich heimisch und auf eine sehr subtile art und weise mit dieser person verbunden. woran mag das liegen? Ich stelle mal einige thesen in zusammenhang mit mate auf. da ich eine clevere sozialwissenschaftlerin bin, zieh ich mich dabei auf probabilistische hypothesen zurück und beziehe mich ausdrücklich auf deren explorativen und noch zu prüfenden charakter (also mindestens rausreden hab ich gelernt…).

hat man es mit einem durchschnittliche matekonsumenten zu tun …

…mag der wahrscheinlich lieber chucks als lackschuhe.
…dann hat er mit großer wahrscheinlichkeit studiert oder ist noch dabei.
…widmet er sich eher geisteswissenschaften als technische wissenschaften.
…bezahlt er häufiger für zigarettenpapier als für strähnchen beim friseur.

ich könnte noch eine weile so weiter machen (und das werde ich auch demnächst tun, nur dann auch mit zahlen belegt) aber ihr wisst, in welche richtung das geht.

warum ist es aber ausgerechnet die mate, die sofort auf einen bestimmten schlag mensch schließen lässt? ich zum beispiel liebe knackwurst, doch gäbe es entweder eine knackwurst-messe oder einen mate-stammtisch, wäre ich um einiges interessierter an den menschen bei letzterem.

also: welche bedingungen muss ein produkt erfüllen, um einen siegesszug in szenen antreten zu können?

1. der konsum ist an ein gemeinsames erlebnis, mindestens aber an einen gemeinsamen ort geknüpft, zum beispiel bestimmte parties, clubs usw.

2. das produkt an sich wird zum sinnbild für diese erlebnisse und allem was damit zusammen hängt (wie beispielsweise der kleidungsstil)

3. für eine bestimmte gruppe wirkt das produkt damit identitätsstiftend

4. zusätzlich dient es als mittel zur distinktion

falls euch demnächst eine club mate flasche bei der nächstbesten „atzenparty“ vor die füße rollt, lasst es mich wissen, denn dann hat meine theorie ein problem.


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3 Kommentare »

  1. Der Club ist in den letzten Jahren sogar so stark gewachsen, dass in den letzten Tagen in sämtlichen Kiosken und Getränkemärkten (außer an einer einzigen Tankstelle, Insider-Informationen zufolge) das flüssige Mate-Gold ausverkauft war.

    Kommentar von clouds3 — 8. Juni 2010 @ 18:05

  2. Hi,

    bin auf der Suche nach einem Club-Mate Bild auf die Seite hier gestoßen.
    Wollte das Bild leicht abgeändert als Header für eine Seite verwenden. Ist aber nur ein Spaßprojekt und nicht öffentlich erreichbar – geschweige denn kommerziell.

    Würdest du das erlauben?

    Gruß und ein schönes Wochenende
    Björn

    Kommentar von Björn — 27. Mai 2011 @ 12:33

  3. “Atzen” haben möglicherweise nicht die Ausdauer für ein Getränk, bei dem sich der Genuss erst einstellt nachdem man die ersten paar Flaschen heruntergewürgt hat und die Geschmacksnerven dementsprechend abgestumpft wurden;)
    Der intellektuelle, rauchende Geisteswissenschaftler in Chucks leidet dagegen scheinbar gerne um der Öffentlichkeit unmissverständlich zu verklickern, dass man auf keinen Fall zur “Atzengruppe” gehört.
    Ganz egal, ob Atzenparty oder Club-Mate Club – hauptsache man bleibt unter seinesgleichen. Wird Club-Mate irgendwann von der breiten Masse getrunken, treten viele aus dem Club aus und trinken wieder Dinge, die ihnen tatsächlich schmecken. So zumindest meine Theorie:)
    Beste Grüße
    Drolf

    Kommentar von Drolf — 13. Juli 2011 @ 14:43


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